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1985: Die unbemannte sowjetische Raumstation „Salyut 7“ umkreist die Erde, als sie plötzlich aufhört, auf die Befehle der Bodenkontrolle zu reagieren. Der Ausfall der Station – des ganzen Stolzes der sowjetischen Wissenschaft und Weltraumindustrie – würde nicht nur einen unwiederbringlichen Imageverlust für die Sowjetunion bedeuten, sondern auch unzählige Menschenleben kosten. Um diese Katastrophe zu verhindern, müssen umgehend zwei erfahrene Kosmonauten rekrutiert werden und erstmals an eine unkontrollierbare Raumstation im Orbit andocken. Aber das bleibt nicht die einzige Herausforderung …

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Kritik

Die Raumfahrt bietet – abseits von fiktiven Blockbuster-Sci-Fi-Filmen wie Interstellar oder Gravity – jede Menge realer Geschichten, die von Freiheit, Wagnis, Mut und Abenteuergeist berichten und gleichsam eine erschütternde Dramatik bieten. Nicht nur Apollo 13 ist hier ein Meisterstück seines Faches, sondern zuletzt auch der russische Spacewalker (OT: Vremya Pervyh), der sich der Pionierzeit im All widmete. Mit Salyut-7 von Regisseur Klim Shipenko gibt es dieses Jahr gleich das nächste russische Abenteuer, welches abermals vom Kalten Krieg berichtet, vom Wettrüsten im Weltraum, von Paranoia und Angst gegenüber dem Staatsfeind USA und von einem Heldenmut, der ebenso technisch wie menschlich beeindruckend ist. Doch die technische Katastrophe des Jahres 1985, als die russische Raumstation Salyut 7 fast auf die Erde stürzte, ist noch weit mehr: Sie ist eine Reise in das Unbekannte. In die Freiheit des Raumes, der abseits von Diktatur und Militärdoktrin für Rebellion und Pioniergeist steht. Jeder Vernunft zum Trotz, stellen sich zwei Kosmonauten dem scheinbar Unmöglichen.

Technisch gesehen ist unterdessen der Film von Regisseur Klim Shipenko über jeden Zweifel erhaben: Die Weltraumszenen stehen nur wenig hinter einem Gravity und erzeugen gekonnt eine Immersion, die durch die hervorragende Musik noch verstärkt wird. Doch Kamera, Inszenierung und Raffinesse (gerade auf der Salyut 7) sind nur ein Teilstück von Salyut 7. Viel mehr will uns der Film eine historische Epoche offenbaren (die leider wenig gekonnt von TV-Nachrichtensendungen begleitet wird – hier wären Originalaufnahmen besser gewesen), die so schon längst etwas in Vergessenheit geraten ist. Eine Zeit, in der die letzten Jahre der Sowjetunion angebrochen waren. In der der technische Fortschritt an vielen Stellen eher eine Illusion war und nur noch von Menschen getragen wurde. In der sich Systemkritik immer stärker manifestierte und Mut zum Widerstand deutlicher wurde. Dies wird in Salyut 7 gleich an mehreren Stellen sichtbar: Während beispielsweise Wladimir Alexandrowitsch Dschanibekow (Ilya Andryukov) über einen Absturz in Madagaskar träumt, wo er in Freiheit leben kann, stellt sich der Einsatzleiter der Mission immer wieder gegen den Verteidigungsminister, der die Mission im Eiltempo vorantreibt, da sonst scheinbar die Amerikaner die Station entern – was so niemals belegt wurde.  

Politisch gesehen ist also Salyut 7 höchst interessant, auch wenn die eigentliche Geschichte etwas im heroischen untergeht. Allerdings nicht gänzlich: Gerade die beiden Kosmonauten, hervorragend gespielt von Ilya Andryukov und Pavel Derevyanko, sind menschlich, mit Fehlern behaftet und Träumen davon zu ihren Familien zurückzukehren. Allerdings scheint die Mission für das Land wichtiger als jeglicher Selbstschutz. Was folgt ist eine atemberaubende Meisterleistung im All, die von Katastrophen, Hoffnungen und technischem Gespür erzählt. Selbst heute noch zählt die Rettungsaktion der Salyut 7 als eine der größten Leistungen in der Raumfahrtgeschichte. Und in Zeiten wo der Wettlauf zum All wieder stärker wird (China, private Unternehmen, Mond-Mission), sind solche Filme wichtiger denn je. Zeigen sie doch gut auf wo die eigentlichen Grenzen der Menschen bzw. der Menschheit liegen. Und, das ist viel wichtiger, dass es eigentlich nur gemeinsam geht.

Fazit

"Salyut 7" ist ein ebenso technisch wie erzählerisches imposantes Weltraumdrama, welches nicht nur eine der wichtigsten wie beeindruckendsten Mission der Raumfahrtgeschichte aufzeigt, sondern auch von Freiheit, Pioniergeist und dem menschlichen Verlangen jegliche Grenzen zu überwinden erzählt. Da ist es dann auch egal, dass immer ein gewisser Heldenmut bzw. Pathos mitschwingt. Am Ende ist der Film von Regisseur Klim Shipenko ein toller Appell an den Fortschritt.

Autor: Thomas Repenning

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