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Im Mittelpunkt dieser Geschichte um acht Freunde, 16 Schwiegereltern, unzählige Hochzeitsgäste und noch mehr Champagnergläser steht der Junggeselle Charles, der sich, je mehr Hochzeiten er besucht, umso sicherer wird, daß für ihn niemals eine Eheschließung in Frage kommt. Als er eines Tages die gleichermaßen hübsche wie intelligente Amerikanerin Carrie auf einer Hochzeit (wo sonst?) kennenlernt, gerät dieser Vorsatz allerdings schwer ins Wanken.

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Kritik

Richard Curtis (Radio Rock Revolution) ist eine Art fleischgewordener Markstein der britischen Bewegtbildkultur. Als Drehbuchautor zu The Blackadder und Mr. Bean hat er gleich zweimal Fernsehgeschichte geschrieben, um sich dann im Jahre 1994 mit dem damaligen Kassenschlager Vier Hochzeiten und ein Todesfall eine (durchaus verdiente) Oscar-Nominierung zu sichern und in die A-Liga der Autoren aufzusteigen. Was folgte kann sich in seiner Vita ebenfalls durchaus sehen lassen: Notting Hill, Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück und seine erste Regiearbeit beim inzwischen zum Weihnachtsklassiker avancierten Tatsächlich...Liebe. Um die Kinokarriere von Curtis allerdings verstehen zu können, führen zwangsläufig alle Wege zurück zu Vier Hochzeiten und ein Todesfall, der zwar von Mike Newell (Donnie Brasco) in Szene gegossen wurde, seine memorable Kraft aber in erster Linie aus dem pointiert geschriebenen Skript zieht.

Und wenn hier gesagt wird, um die Kinokarriere von Curtis zu verstehen, dann ist damit genauso gemeint, die Karriere der britischen RomCom, die Vier Hochzeiten und ein Todesfall wie kaum ein zweiter Film geprägt hat. Das Schlüssel zum Erfolg liegt hier indes im mehrdimensionalen Habitus der Erzählung begraben. Keine Frage, auch hier lässt man es sich nicht nehmen, Klimpergesicht Hugh Grant (Haben Sie das von Morgans gehört?) in der letzten Szene noch eine offenherzige Liebesbekundung im prasselnden Regen auszusprechen. Auch Vier Hochzeiten und ein Todesfall bleibt der herkömmlichen Topoi der romantischen Komödie oberflächlich treu, erzählt von den Bindungsängsten des Junggesellen Charles (Grant) und lässt ihn nach und nach auf die (womögliche?) Liebe seines Lebens treffen (gespielt von einer ausdruckslos-dauergrinsenden Andie McDowell, Und täglich grüßt das Murmeltier).

Richtig interessant wird Vier Hochzeiten und ein Todesfall, wenn man den Kontext beachtet, in dem sich die Geschichte entfaltet. Abseits seiner ungemein marktfähigen RomCom-Zuneigung nämlich beschreiben Mike Newell und Richard Curtis hier die überbordenden Ängste der Generation X. Und dafür ist es für den Zuschauer wichtig, zu beobachten, wie Vier Hochzeiten und ein Todesfall seine Handlung antreibt und ausfüllt. Charles ist der Kristallisationspunkt der Narration und schon im blassen, exakt gecasteten Gesicht eines Hugh Grant lässt sich erkennen, dass dieser Mensch nichts zu erzählen hat, weil er noch nie etwas erlebt hat, außer die falschen Frauen kennenzulernen. So richtig haben diese ihm aber nicht das Herz gebrochen, um sich darüber auszulassen. Charles lächelt es hilflos weg, weil ihm die Worte fehlen. Weil er nie vom Leben die Aufgabe erhalten hat, Gedanken zu schmieden und diese zu formulieren.

Die Bindungsangst von Charles ist auch die Furcht davor, aus dem Nichts zu kommen und in das Nichts zu verschwinden. Das lässt sich schon daran erkennen, dass Vier Hochzeiten und ein Todesfall beinahe vollständig darauf verzichtet, seinen Charakteren Distinktionsmerkmale anzuheften. Sie sind, irgendwie, unbeschriebene Blätter. Kommen nirgendwoher. Gefäße, die gefüllt werden wollen, wenn sie denn den Mut dazu aufbringen. Vier Hochzeiten und ein Todesfall begleitet Charles und seine Freunde episodisch und angereicht mit wunderbar kokett-britischem Humor bei ihren Versuchen, etwas zu erleben. Bei ihrer Suche nach dem Glück, irgendwohin gehen zu können. Einige gehen zum Traualtar, wieder andere gehen zum Scheidungsanwalt und einmal führt der Weg auch direkt in den Sarg, was zum berührendsten und eindringlichsten Moment des Filmes zählt. Charles indes stolpert weiter durch den Hochzeitswahnsinn, der schon bald sein eigener Wahnsinn wird. Immerhin hat er dann etwas zu erzählen.

Fazit

"Vier Hochzeiten und ein Todesfall" überzeugt nicht nur als pointiert geschrieben und mit spielfreudigem Cast besetzte RomCom, die das britische Kino nachhaltig prägte. Wirklich besonders wird der Film durch den Umgang mit den Ängste der sogenannten Generation X: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Und was, wenn ich aus dem Nichts komme und wieder in das Nichts verschwinde? Hugh Grant, der hier den Grundstein seiner Weltkarriere legte, beweist sich als Idealbesetzung eines jungen Mannes, der endlich etwas erleben möchte, der endlich ankommen möchte, damit auch er mal etwas zu erzählen hat – oder der Menschen an seinem Grab über ihn.

Autor: Pascal Reis

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