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Winter im Jahre 1636: König Injo der koreanischen Joseon Dynastie (Park Hae-il , The Host) verschanzt sich mit seinen letzten Soldaten in der Namhansanseong-Festung, um der feindlichen chinesischen Qing Armee zu entkommen, die Joseon gewaltsam unterwerfen wollen. Damit würden sie gleichzeitig ihren größten Feind, die chinesische Ming Dynastie, schwächen, die mit Joseon ein enges Bündnis halten. In der Bergfestung müssen der König und seine Armee nicht nur dem bewaffneten Feind trotzen, sondern auch eisiger Kälte und dem Hunger. 

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Bevor Korea unter japanische Herrschaft geriet, war es bis ins 19. Jahrhundert eng mit der Geschichte Chinas verbunden. Auch hier gab es mitunter schwere Zeiten für das heute geteilte Land, Interessenskonflikte mit verschiedenen Dynastien Chinas sorgten unter anderem dafür. Autor und Regisseur Hwang Dong-Hyuk (Silenced) adaptierte für sein Historiendrama The Fortress (OT: Namhansanseong) den gleichnamigen Roman von Kim Hoon und nimmt uns mit ins Jahr 1636, als das koreanische Königreich von Joseon von  der chinesischen Qing Armee angegriffen wurde und sich in der titelgebenden Bergfestung verschanzt hat. 

The Fortress ist erneut ein hochwertig produzierter Historienfilm aus Korea, der mit beeindruckenden Set-Pieces und einer schönen Bildsprache zu punkten weiß. Wenn beide Armeen aufeinander losgehen, so ist der technische Aufwand hinter alledem stets spürbar, zudem wirkt vom Design bis zur Garderobe alles äußerst stimmig. Auch wenn Schlachtszenen nicht zu kurz kommen, ist The Fortress keineswegs ein plumper Actionreißer, sondern viel mehr ein Drama, das  seinen Fokus auf Diplomatie, Taktik und diverse ausgelöste Folgen des Kriegszustands legt.   

Beide Armeen hatten bei dem Konflikt mit eisigen Kälte zu kämpfen, konnten zum Teil nicht mehr die Waffen heben, da ihre Gliedmaßen erfrorenen sind. Für Joseon  kam noch die Nahrungsmittelknappheit hinzu, da sie umzingelt auf ihrem Berg keinen Nachschub mehr erhalten konnten. Unter diesen Bedingungen musste König Injo (Hae-il Park, War of the Arrows) mithilfe seiner beratenden Minister die strategisch richtigen Entscheidungen treffen, worauf The Fortress sein Hauptaugenmerk legt. Dabei sind es vor allem Choi Myung-Gil (Byung-Hun Lee, I Saw The Devil) und Kim Sang-Hun (Yoon-Seok Kim, The Chaser), die als Minister mit konträren Meinungen die wichtigsten Rollen einnehmen. Während erstgenannter das Gespräch mit dem Feind sucht, um ein Blutbad zu umgehen, rät letztgenannter zu einem schnellen Angriff.  

So gegensätzlich beide Ansätze sind, so schwierig ist die Entscheidung, die in beiden Fällen Vor- und Nachteile mit sich bringt und einen interessanten Gedankenkonflikt auslöst. Ist Ehre wichtiger als das Leben aller Beteiligten? Wie werden nachfolgende Generationen auf die Geschichte zurückblicken? Kann ein König Respekt beibehalten, wenn er sich ergibt?  In den etwas zu langen 140 Minuten Spielfilmzeit reißt man zwar vieles davon auf interessante Weise an, hin und wieder wird The Fortress aber auch ein wenig träge und weiß sein dramaturgisches Potenzial nicht immer vollends auszuschöpfen. Mit herzerwärmenden Subplots wie dem um ein kleines Mädchen, die ihren Vater an Kim Sang-Hun verlor,  der diesen aus strategischen Gründen töten musste und nun Sühne leistet, indem er sich um die Kleine kümmert, kommt immer wieder ein wenig Menschlichkeit in die Handlung, doch gerade das Leiden des Volks und der Armee kommt etwas zu kurz und wird nur am Rande veranschaulicht, hier hätte The Fortress gern noch mehr in die Tiefe gehen können. Genre-Kollegen wie Masquerade oder The Face Reader haben bereits eindrucksvoll vorgemacht, wie kraftvoll eine emotional berührende(re) Herangehensweise sein kann. 

Fazit

Hochklassig produziertes Historiendrama, das neben seinen optischen Schauwerten auch mit einem gut aufgelegtem Cast und einer interessanten Handlung punkten kann. Mit etwas mehr Feingefühl beim Pacing und einem stärkeren Fokus auf den dramatischen Auswirkungen an Volk und Armee hätte "The Fortress" aber noch etwas an emotionaler Kraft gewinnen können.  

Autor: Sebastian Stumbek

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