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Inhalt

Syd March (Caleb Landry Jones, bekannt als Banshee aus X-Men: Erste Entscheidung) arbeitet in einer Klinik, die Virus-Injektionen verkauft. Aber als wäre das nicht schon kurios genug, handelt es sich dabei um Viren, an denen Prominente erkrankt sind. Diese Injektionen werden nun also an Fans weiterverkauft. Nachdem Syd sich mit dem selben Virus infiziert, welcher bereits Superstar Hannah Geist (Sarah Gadon) das Leben kostete, muss er das Geheimnis ihres Todes lüften, um sein eigenes Leben zu retten. Und dann wird er auch noch zum Objekt der Begierde für die Fans von Hannah Geist.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Wie der Vater, so der Sohn? Dieser Annahme könnte man bei Brandon Cronenergs Filmdebüt, Antiviral, zunächst glatt verfallen. Ähnlich wie sein Vater David Cronenberg (A History of Violence) beschäftigt sich der Sohn hier ebenfalls mit Themen und Motiven, in denen es darum geht, dass und wie sich Körper im bekannten Body-Horror-Muster verändern; Lust und Begierde sowie abgründige Obsessionen, die zu einer nachtschwarzen Symbiose des bizarren Wahnsinns verschwimmen und hinter einer skurrilen Vision markante Gesellschaftskritik verborgen liegt. Mag der Apfel beruflich nicht weit vom Stamm fallen, qualitativ tut er das in diesem Fall doch noch merklich.

Brandon Cronenberg entwirft ein makabres Zukunftsszenario, in dem sich Menschen Viren der Erkrankungen ihrer bevorzugten Promi-Vorbilder injizieren lassen, womit der Regisseur die krankhafte Celebrity-Besessenheit einer abgestumpften Fankultur überspitzt und absurd ins Satirische ausschlagen lässt. Den vielen Ansätzen und bemerkenswerten Details, die Cronenberg im ersten Drittel seiner durchaus beklemmenden Geschichte bietet, hat er allerdings nach der ersten halben Stunde nur noch wenig Bemerkenswertes entgegenzusetzen, wenn sich der Plot zu einem banalen Verschwörungs-Thriller wandelt. Das könnte auch an Hauptdarsteller Caleb Landry Jones (Get Out) liegen, der mit seiner kreidebleichen, oftmals regungslosen Art wie ein schlaffer Vampir wirkt, der stoisch von einer Situation in die nächste gerät, ohne beim Betrachter jemals so etwas wie Mitgefühl zu erzeugen.

Was bedauerlicherweise auch für den Film als Gesamtwerk gilt. Antiviral sieht in jeder Szene kleinlichst genau durchdacht aus, doch dadurch, dass jedes Bild eine klinisch-sterile Atmosphäre ausstrahlt, die jegliche Form von Wärme, Zugänglichkeit und Empathie aus den formstrengen Einstellungen saugt, dringen die mitunter albtraumhaften Impressionen und beängstigenden Ideen nie unter die Haut des Betrachters. Da kann der Score noch so bedrohlich dröhnen und vereinzelte Einschübe von Gewalt und Ekel hereinbrechen. Wo es David Cronenberg schlussendlich immer verstand, Schächte in die Eingweide der Zuschauer zu graben, ausgehend von einem leichten Juckreiz des Unwohlseins, bleibt bei Brandon Cronenberg lediglich das Gefühl von kühler Ernüchterung, gelungenen Ansätzen und verschenktem Potential zurück.

Fazit

Thematisch geht Brandon Cronenberg fast auf Tuchfühlung mit dem meisterhaften Output eines überbegabten Vaters, qualitativ allerdings unterscheidet die beiden Filmemacher dann doch vor allem eine Sache: Während David Cronenberg seine Schreckensvision immer aus einer menschlichen Perspektive deutete, ist "Antiviral" ein kalter, steriler und an seinen durchaus guten und interessanten Ansätzen verendender Versuch, den Kontrollverlust von Celebrity-Besessenheit satirisch-fröstelnd zu überhöhen.

Autor: Patrick Reinbott

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