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"Mr. Robot" - Staffel 3 - Kritik

siBBe

Von siBBe in "Mr. Robot" - Staffel 3 - Kritik

"Mr. Robot" - Staffel 3 - Kritik Bildnachweis: USA Network

Story

Nach seiner Schussverletzung erwacht Elliot Alderson (Rami Malek) in Obhut seiner besten Freundin Angela Moss (Portia Doubleday) und muss feststellen, dass die ganze Stadt im Chaos versunken ist. Auch versteht er nun das Ausmaß und die Konsequenzen seiner und Mr. Robots Handlungen und muss alles daran setzen, das Schlimmste zu verhindern. 

Kritik

Mr. Robot beendete seine zweite Staffel traditionell mit einem Cliffhanger und vielen offenen Fragen. Staffel 3 setzt nun direkt an die vorherigen Geschehnisse an und beginnt mit einem sich von seiner Schusswunde erholenden Elliot, der sofort aufbrechen will, um die desaströsen Ereignisse, die in Gang gesetzt wurden, zu verstehen und zu stoppen. Die Stadt ist im Chaos versunken und kämpft mit zahlreichen Stromausfällen, so dass der von Elliot benötigte Zugang zum Internet schwer zu erlangen ist. Mr. Robot bleibt sich dahingehend treu, den Zuschauer weiterhin im Dunkeln tappen zu lassen. Im Grunde geht es uns wie Elliot selbst. Was ist in den letzten Tagen, in denen Elliot außer Gefecht gesetzt war, passiert? Wo ist Tyrell Wellick? Ist Phase 2 bereits voll im Gange? Welches Spiel treibt die Dark Army? Und was sind Mr. Robots wahren Absichten hinter all dem? Fragen über Fragen, die die Serie vorerst weiterhin nicht beantwortet und mit seinem Unbekannten spielt, was aber gleichzeitig auch die Faszination an der ganzen Geschichte ausmacht. 

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Im Grunde dreht sich die gesamte Staffel um die geheimnisvolle Phase 2 und den Krieg zweier Parteien: Auf der einen Seite stehen die, die den Plan unterstützen und vorantreiben, darunter die Dark Army, Wellick (Martin Wallström, Ego) oder Mr. Robot (Christian Slater, True Romance) selbst, auf der anderen die, die all das zu stoppen versuchen, darunter Elliot und seine Schwester Darlene (Carly Chaikin, Suburgatory). Spannend wird es vor allem dadurch, dass dieserKampf größtenteils auch von ein und derselben Person ausgetragen wird, denn Elliot ist eine gespaltene Persönlichkeit und hat keine Kontrolle über sein Alter Ego Mr. Robot. Waren die beiden in vergangenen Zeiten noch auf einem Kurs, sind sie nun erbitterte Feinde. In der zweiten Staffel versuchte Elliot die Kontrolle zu erlangen und sein zweites Ich auszuschließen, was ihm bekanntlich nicht gelang. Nun zeigen sich die fatalen Konsequenzen. Für den Zuschauer und auch Elliot führt das zum spannenden Rätselraten, wenn es mal wieder zu unerwarteten Kontrollübernahmen kommt, die hier als Blackouts präsentiert werden und offen lassen, was sich in diesen Zeitperioden zugetragen hat. Dabei ist es wieder einmal Rami Maleks (Short Term 12) großartigem Schauspiel zu verdanken, das Ganze faszinierend darzustellen.

Sam Esmail (Comet) zeigt sich weiterhin äußerst kreativ und verspielt in der stilistischen Darstellung seiner Serie, die gern mit gängigen Konventionen bricht und uns immer wieder mit ungewöhnlichen Kameraeinstellungen oder sonstigen abgefahrenen Ideen überrascht.  Auch das war immer eine der ganz großen Stärken der Serie, die dritte Staffel enttäuscht in dieser Hinsicht glücklicherweise nicht. 

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Seine künstlerische Kraft zeigt sich auf besonders beeindruckende Weise vor allem im Mittelteil der Serie. Mit ihrer fünften Episode (eps3.4_runtime-error.r00) gelingt der Serie nämlich ein wahrer Volltreffer, denn die komplette Folge wurde ohne (sichtbare) Schnitte gedreht. Das geschulte Auge wird zwar erkennen, wo Esmail den ein oder anderen Cut versteckt hat, das komplette Geschehen, das sich im E-Korp-Komplex abspielt, kommt jedoch in einem Guss daher. Die Hauptakteure werden von Stockwerk zu Stockwerk gehetzt, die Kamera schwebt frei im Raum, bewegt sich auch durch Scheiben oder Wände und unzählige Statisten agieren perfekt koordiniert in dem höchst spannenden Treiben. Hut ab!

Doch bleibt es nicht bei dieser einen Folge, die in dieser ohnehin gelungenen Staffel heraussticht. Auch sonst kann die Serie immer wieder punkten. Beispielsweise durch die  hervorragende, temporeiche sechste Episode (eps3.5_kill-process.inc), die 40 Minuten hindurch Adrenalin pur verspricht und das Gefecht zwischen Elliot und Mr. Robot an die Spitze treibt. Aber auch mit ruhigeren Tönen weiß Esmail brillant umzugehen, indem er einem trauernden und vollkommen verlorenem Elliot ein Kind an die Seite stellt (eps3.7_dont-delete-me.ko), das ihm neue Kraft schenkt und mit seinem erzeugten Optimismus zu berühren weiß. 

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Für die Zukunft der Serie sieht es glücklicherweise auch weiterhin rosig aus, eine vierte Staffel wurde bereits offiziell bestätigt. Erstmals endet die Serie mit ihrer dritten Staffel nicht mit einem Cliffhanger, sondern findet einen befriedigenden Schlusspunkt, der zwar weiterhin viele Fragen offen lässt, ohne aber künstlich die Spannung hochzutreiben. Die grob angedeutete Richtung, in welche man sich nun bewegt, entspricht in etwa den Erwartungen, wir dürfen gespannt sein, was sich Sam Esmail und sein Team noch alles einfallen lassen, um den Zuschauer zu überraschen. Gelungen ist das der Serie nämlich schon einige Male.  

Fazit

"Mr. Robot" hält sein qualitativ hohes Niveau auch in der dritten Staffel konstant aufrecht. Spannend erzählt, stilistisch höchst kreativ umgesetzt und stark gespielt. Man darf auf die vierte Staffel gespannt sein. 

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